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2,5 Millionen Euro für Forschungsverbund "Gute Küste Niedersachsen"

2,5 Millionen Euro für Forschungsverbund "Gute Küste Niedersachsen"

© manfredrichter/ Pixabay

Ökosystemstärkender Küstenschutz an der niedersächsischen Küste: Das ist das Thema eines neuen Forschungsverbundes der Leibniz Universität Hannover, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Technischen Universität Braunschweig. Der Verbund wird mit 2,5 Millionen Euro aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung finanziert. Sprecher ist Prof. Dr.-Ing. Torsten Schlurmann vom Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI).

Seit der Mensch begonnen hat, Küstenregionen zu besiedeln, versucht er, sich vor der Kraft des Meeres zu schützen und gleichzeitig seine Ressourcen zu nutzen. Der gesammelte Erfahrungsschatz spiegelt sich heute in der Disziplin des Küsteningenieurwesens wider und ist in Generalplänen zum Küstenschutz gesetzlich verankert. Neben dem Schutz von Lebens- und Wirtschaftsräumen stellt sich heute zunehmend die Frage nach einem ökosystemstärkenden Küstenschutz, der den übergeordneten Fragen folgt: Was ist eine gute Küste, an der wir sicher vor Naturgefahren, im Einklang mit der Natur, eingebettet in die gewachsene Kulturlandschaft, verantwortungsbewusst und nachhaltig leben und wirtschaften können?  

Integrativer Ansatz: Landesbetriebe & lokale Bevölkerung einbeziehen

Vor diesem Hintergrund ist das Verbundprojekt "Gute Küste Niedersachsen – Reallabore für einen ökosystemstärkenden Küstenschutz an der niedersächsischen Küste" der drei Universitäten aufgestellt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden in einem integrativen Ansatz ihren Forschungsfragen nachgehen, in dem neben den Forschenden auch die zuständigen Landesbetriebe und die küstennah lebende Bevölkerung einbezogen werden.

Forschung in Reallaboren

In so genannten Reallaboren werden die Küstenforschungsinstitute methodisch gemeinsam mit den lokalen Akteurinnen und Akteuren Handlungs- und Managementmöglichkeiten zum ökosystemstärkenden Küstenschutz erarbeiten und testen. Orte an der niedersächsischen Küste und auf den Inseln, die für die Einrichtung und den Betrieb von Reallaboren im Küstenschutz besonders geeignet sind, können zum Beispiel exponierte Deichabschnitte oder Deichvorländer sein. Diese werden durch ökosystemfördernde Elemente und Systeme wie Salz- oder Seegraswiesen ergänzt, um regulierende Ökosystemleistungen (Wellendämpfung oder Sedimentakkumulation) konkret vor Ort zu etablieren und gleichzeitig deren Wirkungen zu beziffern.

Ziel: Wie funktioniert Küstenschutz auf lange Sicht?

Die wesentlichen Ziele sind, zu untersuchen, wie robuste, multifunktionale und insbesondere ökosystemstärkende Küstenschutzmaßnahmen in Reallaboren auf lange Sicht funktionieren und wie diese gleichzeitig in der Planung und Genehmigung durch die zuständigen Landesbetriebe Berücksichtigung finden sowie in der Zivilgesellschaft auf Akzeptanz stoßen.

"Durch die enge Einbindung der relevanten Behörden, der Zivilgesellschaft und führenden Forschungseinrichtungen sollen die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass die Forschung bereits während der Konzeption und Umsetzung von ergänzenden, ökosystemfördernden Maßnahmen nicht nur auf Akzeptanz treffen, sondern wechselseitig Wissen erzeugen und nach Ablauf des Projekts gegebenenfalls sogar breite Nachahmung auch über die Grenzen Niedersachsens hinaus finden", sagt Sprecher Prof. Dr.-Ing. Torsten Schlurmann vom Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI) der Leibniz Universität. Vorgesehen sind insgesamt fünf Teilprojekte, die transdisziplinär ausgerichtete Reallabore entwickeln und betreiben.

Enger Verbund von Universitäten und Landesbetrieben

Am Verbundprojekt beteiligt sind die Leibniz Universität Hannover (Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen, Institut für Umweltplanung, Institut für Freiraumentwicklung), die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Ökologische Ökonomie) und die Technische Universität Braunschweig (Leichtweiß-Institut für Wasserbau, Institut für Geoökologie), die in einem engen Verbund unter anderem mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zusammenarbeiten.

(Quelle: Gemeinsame Presseinformation LUH / Universität Oldenburg / TU Braunschweig)

Weitere Informationen: 

Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI)