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Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie

Geodäsie und Geoinformatik

Die Geodäsie und Geoinformatik erfasst die Erde und ihre verschiedenen Lebensräume einschließlich ihrer Veränderungen über alle Skalen hinweg, analysiert, visualisiert, dokumentiert und bewertet die gewonnenen Ergebnisse. Die Betrachtungsweise erstreckt sich auf die Erde als Ganzes oder auf Teile von ihr, das heißt, die Aufgaben  reichen vom besseren Verständnis globaler dynamischer Prozesse bis hin zu ingenieur-geodätischen Überwachungsmessungen.

Dabei unterliegen die Messverfahren einem stetigen Wandel. Durch Entwicklung und Anwendung von Weltraumverfahren ist in den vergangenen Jahrzehnten ein Umbruch von der klassischen Vermessung zur modernen Erdbeobachtung eingetreten, zu dem die Geodäsie und Geoinformatik der Leibniz Universität Hannover — seit mehr als 125 Jahren — wesentlich beigetragen hat.

Zur Erfassung der Dynamik der Erde als Ganzes werden, u. a., Lasermessungen zum Mond, zur präzisen Bestimmung des Schwerefeldes speziell ausgerichtete Satellitenmissionen, wie GRACE und GOCE, genutzt. Mithilfe des Positionierungssystems GPS (künftig auch Galileo) und anderer geodätischer Raumverfahren wurden hochpräzise globale und regionale Überwachungsnetze aufgebaut, die es ermöglichen, kontinentale Plattenbewegungen genauso zu bestimmen wie Deformationen von Ingenieurbauwerken.

In Kooperation mit der Physik werden im Exzellenzcluster QUEST neuartige Quantensensoren für geodätische Anwendungen erforscht.

Optische Fernerkundungssensoren aus dem Weltraum, wie Landsat, Ikonos und Geoeye sowie Radarsensoren, z. B. ENVISAT und TerraSAR-X, aber auch Flugzeug getragene Sensoren ermöglichen die multi-spektrale, dreidimensionale Beobachtung der Erdoberfläche und tragen wesentlich zum umfassenden Umwelt-Monitoring sowie zur Erfassung und Aktualisierung aktueller topographischer Geodaten bei.

Das Themenspektrum der Ingenieurgeodäsie ist traditionell durch technische Aufgabenstellungen insbesondere aus dem Bereich des Bauingenieurwesens und des Maschinenbaus geprägt. Wichtige Herausforderungen bestehen in der sensorbezogenen, vollständigen (funktionalen und stochastischen) Modellierung der erfassten Messgrößen sowie in der Ausrichtung auf geowissenschaftliche Fragestellungen (z.B. Bodensenkungen, Rutschhänge, Risikoanalyse).

Im Bereich des Flächen- und Immobilienmanagement werden raumbezogene Daten dazu genutzt, um Wertermittlungsmethoden für den Immobilienmarkt weiter zu entwickeln und eine nachhaltige Raumentwicklung zu realisieren.

Entscheidend bei allen diesen Anwendungen ist ein geeignetes Datenmanagement, das über speziell entwickelte Geoinformationssysteme realisiert wird. Automatische Methoden zur Integration, Analyse, Interpretation, visuellen Aufbereitung und Kommunikation räumlicher Daten werden immer relevanter, um die Fülle von heute verfügbaren Daten überhaupt in sinnvoller Weise nutzen zu können. Hierzu werden in der Geoinformatikforschung Methoden entwickelt. Dabei spielt die Interdisziplinarität zwischen Geodäsie und Informatik eine immer stärkere Rolle. Schließlich ist die Qualitätsbeurteilung der komplexen Daten und abgeleiteten Ergebnisse von großer Bedeutung, wofür ebenfalls geeignete Verfahren entwickelt wurden.

Weitere, vertiefende Informationen sind den Institutsseiten zu entnehmen: