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Berufseinstieg im Ingenieurbau: Kolloquium Konstruktiver Ingenieurbau 2021

Berufseinstieg im Ingenieurbau: Kolloquium Konstruktiver Ingenieurbau 2021

© A.Reinecke
Veranstalter und Referenten des KIB-Kolloquiums (v.l.n.r.): Dr.-Ing. Florian tom Wörden, Norman Goldau, Sajoscha Steinriede, Desiree Sake, Leon Munaretto, Dr.-Ing. Khalid Abdelrahman.
© F. tom Wörden
Pandemiebedingt wurde das Kolloquium live aus dem Königlichen Pferdestall übertragen.
© F. tom Wörden
Alltag eines Bauingenieurs mit Schwerpunkt Geotechnik - Norman Goldau, M.Sc.

Was kommt nach dem Studium des Bauingenieurwesens? Wie finde ich einen Job? Bin ich mit meinem Studium gut auf den Berufsalltag vorbereitet? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Studierende gegen Ende ihres Studiums - sicher auch die sechs Alumni, die am 1. Dezember 2021 beim diesjährigen Kolloquium Konstruktiver Ingenieurbau vortrugen. Jetzt, etwa zwei bis vier Jahre nach ihrem Abschluss, kennen sie die Antworten und berichteten vor Studierenden der Fakultät von ihrem Berufseinstieg.

Bauwerksdiagnostik und Bauüberwachung

Desiree Sake, die ihr Masterstudium 2018 abgeschlossen hat, hat bereits in ihren ersten Berufsjahren im Ingenieurbüro als Bauwerksdiagnostikerin Schäden in Tiefgaragen aufgespürt, aber auch den Zusammenbau eines Turms einer Offshore-Windenergie-Anlage überwacht. Mittlerweile hat sich die Bauingenieurin zur „Bauüberwacherin Bahn Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau“ spezialisiert und arbeitet in dieser Funktion beim Ausbau der Bahnstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven mit.

Brandschutz
Mit einem Projekt der Deutschen Bahn hat auch Leon Munaretto zu tun, der nach seinem Studium in ein Ingenieurbüro mit Schwerpunkt im Brandschutz gewechselt ist. Er entwickelt unter anderem Brandschutzkonzepte für ein neues ICE-Instandhaltungswerk, zu dem Gebäude gehören, in die mit über 500 Metern Länge ein ganzer ICE hineinpasst. Da geht es beispielsweise um die Anforderungen für das Tragwerk, um Brandlastberechnungen, um sicherheitstechnische Anlagen wie Brandmelde-Anlagen und Löschwasserentnahmestellen, aber auch Rettungswege und Wege, über die die Feuerwehr ins Gebäude gelangt.

Brückenbau
Sajoscha Steinriede, der sein Masterstudium mit einem Schwerpunkt im Brückenbau abgeschlossen hat, ist stolz, wenn er als Bauleiter einen Brückenneubau von Anfang bis zum Ende begleiten kann und am Ende die ersten Autos über "seine Brücke" fahren. Der Übergang vom Studium in den Beruf war bei Steinriede fließend: Er arbeitete bereits für seine Masterarbeit in der Firma, bei der er heute angestellt ist, und lernte so den Ablauf und die Kommunikation auf einer Baustelle lernen. Auf der Baustelle passiere vieles gleichzeitig und jeder Tag sei anders, berichtete der Bauleiter. In seinem Vortrag zeigte er die vielfältigen Tätigkeitsfelder für Bauingenieurinnen und Bauingenieure im Brückenbau auf, die in allen Phasen wie der Prüfung, der Planung und Umsetzung beteiligt sind.

Holzbau
Auch Michel Könecke hat das Unternehmen, bei dem er heute als Holzbauingenieur beschäftigt ist, während seiner Masterarbeit kennengelernt und sich dort erfolgreich initiativ beworben. Ein Vorgehen, dass er den Studierenden sehr empfiehlt. Als nachhaltiger Baustoff sei Holz attraktiver geworden – gerade im urbanen Raum, etwa wenn es um Holzhochhäuser oder Aufstockungen auf bestehende Bauwerke geht. So ist Könecke beispielsweise mit statischen Berechnungen und Vor- und Entwurfsplanungen an verschiedenen Holzbauprojekten in Hamburg beteiligt.

Building Information Modeling
In Hamburg arbeitet auch Joshua Ciba. Nach seinem Masterstudium mit Schwerpunkt im Wasser- und Küsteningenieurwesen ist er bei der Hamburg Port Authority zum einen als klassischer Projektingenieur im Kaimauerbau im Einsatz. Aber vor allem ist er als BIM-Manager Teil eines Teams, das die Methode "Building Information Modeling"(BIM) und insgesamt die Digitalisierung der Bauprojekte im Hafen und in verschiedenen Verbünden auch über Hamburg hinaus vorantreibt.

Aus dem Ingenieurbüro zurück zur Wissenschaft
"Die Baugrube ist mit Wasser vollgelaufen – was machen wir jetzt? Ist im Asphalt vom Straßenabbruch Asbest drin? Wo kann ich auf der Baustelle den Kran sicher aufstellen?" - Mit solchen praktischen Fragen und Problemen, die auf Baustellen auftreten, wurde auch Norman Goldau bei seinem Berufseinstieg in einem Ingenieurbüro konfrontiert. Im Masterstudium hatte sich Goldau im Bereich Geotechnik spezialisiert, einer Disziplin, bei der es um den Untergrund geht, auf oder in dem ein Bauwerk gebaut wird. Im Ingenieurbüro merkte er, dass er trotz seines Masterabschlusses noch einiges lernen konnte: Etwa einen geotechnischen Bericht zu verfassen, einen Bohrplan zu erstellen, ein Angebot zur Baugrunderkundung zu schreiben. Doch mit Hilfe der Kolleginnen und Kollegen war das "alles nur halb so wild". Mit dieser praktischen Erfahrung ist Norman Goldau nun nach gut vier Jahren im Ingenieurbüro an die Leibniz Universität zurückgekehrt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter möchte er sich wieder wissenschaftlichen Fragestellungen bis ins kleinste Detail widmen und in Lehrveranstaltungen sein Wissen an Studierende weitergeben.

Das Kolloquium Konstruktiver Ingenieurbau wird von den Instituten der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie mit dem Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau jedes Jahr Ende November ausgerichtet. In diesem Jahr hatte das Institut für Geotechnik die Organisation übernommen.

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